Anfragen und Conversion
Website bringt keine Anfragen? So finden Sie die Ursache
Keine Anfragen trotz Website? Trennen Sie fehlenden Traffic von Reibung auf der Seite und prüfen Sie Angebot, Vertrauen und Formular Schritt für Schritt.
Der Satz klingt immer gleich: „Die Website bringt nichts.“ Dahinter stecken aber mindestens zwei völlig verschiedene Situationen. Entweder kommt kaum jemand. Oder es kommen Leute, und trotzdem bleibt das Telefon still. Beides fühlt sich für den Inhaber identisch an. Die nächste Maßnahme ist es nicht.
Wer das nicht trennt, kauft oft die falsche Lösung. Typisch ist mehr Werbung auf eine Seite, die schon unklar ist. Oder ein neues Logo, obwohl die alte Adresse bei Google kaum auftaucht. Eine Garantie gibt dieser Text nicht. Er sortiert nur, woran Sie zuerst drehen.
Die fünf Stellen, an denen es hakt
Diagnosemodell
Wo der Weg zur Anfrage tatsächlich bricht
- 01
Kommen
Erreichen die richtigen Menschen die Seite überhaupt?
Hier ist die Website nicht das erste Problem.
Search Console: Klicks, Impressionen, Suchanfragen.
- 02
Verstehen
Ist in wenigen Sekunden klar, was Sie tun und für wen?
Besucher lesen, entscheiden sich aber gegen den nächsten Schritt.
Startseite laut vorlesen. Bleibt ein Satz hängen?
- 03
Vertrauen
Gibt es nachvollziehbare Gründe, Ihnen zu schreiben?
Das Angebot ist klar, die Person dahinter bleibt ungreifbar.
Adresse, Name, Beispiele, erreichbare Telefonnummer.
- 04
Handeln
Kommt man ohne Umweg zu Anruf, Mail oder Formular?
Der Wille ist da, der letzte Klick nicht.
Formular auf dem Telefon selbst ausfüllen.
- 05
Sehen
Würden Sie eine Anfrage überhaupt bemerken?
Anfragen landen im Spam oder werden nicht gezählt.
Testanfrage senden. Schlüsselereignis in Analytics prüfen.
Zwei Probleme, die gleich aussehen
Bevor Sie Texte umschreiben oder das Formular kürzen, brauchen Sie eine harte Trennung. Google unterscheidet in der Search Console zwischen Impressionen und Klicks. Eine Seite kann oft erscheinen und trotzdem selten angeklickt werden. Sie kann auch selten erscheinen. Beides steht im Leistungsbericht der Search Console (öffnet in einem neuen Tab). Was dort nicht vorkommt, ist die Anfrage selbst. Die entsteht erst auf Ihrer Seite.
| Prüfung | Kaum Besuch | Besuch ohne Anfrage |
|---|---|---|
| Search Console, 28 Tage | Wenige Impressionen oder Klicks auf die wichtigen URLs | Klicks sind da, die Anfrage bleibt aus |
| Direkt auf der Seite | Die Seite kann gut sein und trotzdem unsichtbar bleiben | Angebot, Vertrauen oder Kontaktweg tragen nicht |
| Nächster sinnvoller Schritt | Indexierung, Suchintention, lokale Sichtbarkeit | Startseite, Vertrauenssignale, Formular, Messung |
Station 1: Kommen die richtigen Menschen?
„Die richtigen“ heißt hier nicht möglichst viele. Es heißt: Menschen mit einem Anliegen, das Sie tatsächlich lösen. Eine Seite kann Klicks sammeln und trotzdem die falsche Erwartung bedienen. In der Search Console sehen Sie die Suchanfragen, zu denen Ihre URLs erscheinen. Steht dort etwas, das Sie nicht anbieten, erklärt das oft mehr als ein Redesign.
Google bewertet Inhalte danach, ob sie für Menschen hilfreich sind, nicht danach, ob sie für Suchmaschinen gebaut wurden. Die Selbstprüfung steht in der Dokumentation zu hilfreichen Inhalten (öffnet in einem neuen Tab). Eine Frage daraus reicht schon: Verlässt jemand die Seite mit dem Gefühl, genug verstanden zu haben, um sein Ziel zu erreichen? Wenn die Antwort nein ist, war der Klick kein Gewinn.
Lokale Betriebe bekommen Anrufe oft über Maps, nicht über die Website. Der Leistungsbericht zählt Klicks aus den Suchergebnissen auf Ihre URLs, keine Anrufe aus dem Unternehmensprofil. Wer nur die Website anschaut, unterschätzt den Verkehr und überschätzt das Formular.
Station 2: Verstehen Besucher das Angebot?
Nielsen Norman Group beschreibt die Startseite als ersten und oft einzigen Versuch, zu erklären, wer Sie sind und was Nutzer auf der Seite tun können. Wer das nicht in einem Blick schafft, verliert potenzielle Kunden. Die Formulierung stammt aus ihren fünf Grundsätzen für Startseiten (öffnet in einem neuen Tab). Die zugrunde liegenden Studien nennen sie dort nicht im Einzelnen. Der praktische Test bleibt trotzdem brauchbar.
Lesen Sie die ersten zwei Bildschirmhöhen laut vor. Wenn danach unklar ist, welche Leistung Sie anbieten, für wen und was der nächste Schritt ist, ist die Seite als Visitenkarte gebaut, nicht als Weg zur Anfrage. „Qualität seit 1998“ erklärt nichts. „Dachdecker in Hildesheim, Notdienst innerhalb von 24 Stunden, Angebot in drei Tagen“ schon.
- Ein Satz, der die Leistung und den Ort oder die Zielgruppe trägt.
- Eine sichtbare Handlung: anrufen, Termin, Angebot, Nachricht.
- Wenige gleichwertige Türen statt acht gleich lauter Buttons.
Branche ändert, was „klar“ heißt. Eine Handwerker-Website braucht Einsatzgebiet und Reaktionszeit. Eine Praxis braucht Erreichbarkeit und den Weg zum Termin. Dieselbe Startseitenfloskel funktioniert in beiden Fällen schlecht. Mehr dazu in den Branchenseiten.
Station 3: Gibt es einen Grund, Ihnen zu schreiben?
Google nennt Vertrauen den wichtigsten Teil von E-E-A-T. Erfahrung, Expertise und Autorität helfen, Vertrauen zu erzeugen. Pflicht ist nicht, alle vier gleichzeitig zu beweisen. Pflicht ist, dass ein Fremder nachvollziehen kann, wer hier spricht. Die Stelle steht in derselben Hilfreich-Dokumentation (öffnet in einem neuen Tab).
Für eine lokale Firma heißt das oft unspektakulär: echter Name, erreichbare Telefonnummer, Adresse, nachvollziehbare Beispiele, ein Impressum, das zur sichtbaren Marke passt. Stockfotos von Händeschütteln ersetzen das nicht. Erfundene Kundenstimmen schon gar nicht. Wenn Sie noch keine Referenzen zeigen können, schreiben Sie den Ablauf und die Grenzen. Das ist ehrlicher als eine leere Sternezeile.
Dazu kommt die Seite selbst. Google bewertet keine einzelne Page-Experience-Note, sondern mehrere Signale. Zu den Selbstprüffragen gehören Core Web Vitals, HTTPS, mobile Darstellung und aufdringliche Einblendungen. Die genaue Grenze steht in der Page-Experience-Dokumentation (öffnet in einem neuen Tab). Ein Newsletter-Fenster, das die ganze Seite zudeckt, bevor etwas lesbar ist, ist das Muster, das Google bei aufdringlichen Interstitials (öffnet in einem neuen Tab) beschreibt: Nutzer kommen nicht zum Inhalt, und die Seite wird schwerer verständlich. Gesetzlich nötige Einwilligungen nimmt Google ausdrücklich aus. Ob die Werte bei Ihnen überhaupt im roten Bereich liegen, steht in Core Web Vitals verstehen und verbessern.
Station 4: Kommen sie durch den Kontaktweg?
Hier verlieren viele Seiten die Leute, die schon überzeugt waren. Nielsen Norman Group fasst die Formularforschung so zusammen: kürzere Formulare werden eher abgeschickt, einspaltige Layouts halten die Richtung, Platzhaltertexte als alleiniges Label stören, Reset-Buttons sind ein bekanntes Risiko, Fehlermeldungen müssen am Feld stehen und dürfen sich nicht nur auf Farbe stützen. Die zehn Punkte stehen in Website Forms Usability (öffnet in einem neuen Tab).
web.dev beschreibt Formulare in dieselbe Richtung: jedes Feld braucht ein sichtbares Label, das Label sitzt besser über dem Feld, eine Spalte ist die Regel, Tipps und Fehler stehen am betreffenden Feld, Pflichtfelder sind gekennzeichnet, die empfohlene Tippmindestgröße liegt bei 48 Pixeln. Nachzulesen in web.dev, Design basics für Formulare (öffnet in einem neuen Tab).
- Nur Felder, die Sie vor dem ersten Gespräch wirklich brauchen. Name, Kontaktweg, Anliegen reichen oft.
- Telefon und E-Mail als echte Alternativen, nicht als graue Icons ohne lesbare Nummer.
- Kein zweites Formular hinter einem „Kontakt“-Klick, der erst eine Unterseite lädt, die dasselbe nochmal erklärt.
- Selbsttest: das Formular auf dem eigenen Telefon ausfüllen, inklusive Tippfehler.
Wo der Weg zur Anfrage leckt
Verlauf, nicht Quote
Vier Stellen, an denen dieselbe Seite still wird
Die Breiten sind ein Modell, keine gemessene Rate. Sie zeigen nur, dass Verlust nacheinander entsteht und sich nicht in einem Mittelwert auflöst.
Besuch
Jemand landet auf einer URL, oft nicht auf der Startseite.
Falsche Erwartung
Verstehen
Die Person erkennt Leistung, Ort und nächsten Schritt.
Unklare Aussage
Vertrauen
Name, Erreichbarkeit und Beispiele machen die Firma greifbar.
Keine Belege
Anfrage
Anruf, Mail oder Formular gehen ohne Reibung durch.
Zu langes Formular
Station 5: Würden Sie eine Anfrage überhaupt sehen?
Manche Seiten erzeugen Anfragen, die niemand zählt. Die Mail landet im Spam. Das Formular schreibt in ein Postfach, das niemand liest. Der Anruf geht auf eine Nummer, die nur am Desktop steht. Bevor Sie die Seite umbauen, senden Sie selbst eine Testanfrage und rufen die sichtbare Nummer an.
Wenn Sie messen wollen, reicht kein Bauchgefühl. In Google Analytics 4 wird eine Handlung erst dann zur zentralen Kennzahl, wenn Sie das Ereignis als Schlüsselereignis markieren. Google beschreibt das in der Hilfe zu Schlüsselereignissen (öffnet in einem neuen Tab). Ohne Einwilligung und ohne saubere Markierung sehen Sie Traffic, aber nicht die Anfrage. Und selbst mit Messung gilt: eine verdoppelte Anfragequote bei gleichem Besuch verdoppelt die Anfragen nur rechnerisch. Ob Ihre Quote bei einem, drei oder acht Prozent liegt, sagt keine öffentliche Statistik zuverlässig für Ihren Betrieb.
Prüfweg in einer Stunde
Reihenfolge
Erst messen, dann schrauben
- 01
Search Console öffnen
28 Tage, wichtige URLs: Impressionen, Klicks, Suchanfragen. Kein Besuch heißt: hier aufhören und Sichtbarkeit prüfen.
- 02
Startseite laut lesen
Leistung, Zielgruppe und nächster Schritt müssen in den ersten Sekunden stehen. Sonst ist der Text das erste Bauteil.
- 03
Vertrauen abhaken
Name, Telefon, Adresse, Impressum, echte Beispiele. Was fehlt, wird nicht durch ein neues Farbschema ersetzt.
- 04
Formular auf dem Telefon
Selbst ausfüllen, absenden, Antwortweg prüfen. Danach erst Felder streichen oder Labels setzen.
Was Sie nach der Diagnose tun
Wenn Station 1 leer bleibt, brauchen Sie Sichtbarkeit, nicht ein neues Formular. Dafür ist SEO-Optimierung der passende Rahmen, sobald Indexierung und Suchintention geklärt sind. Wenn Station 2 oder 3 bricht, ist die Seite selbst das Bauteil: Struktur, Texte, Vertrauen. Das liegt näher an Webdesign und Entwicklung als an einer Anzeigenkampagne. Wenn Station 4 oder 5 bricht, ist der Kontaktweg das Thema. Dafür gibt es bei mir eine abgegrenzte Conversion-Optimierung, ohne dass ein Neubau zwingend wäre.
Ob sich ein Umbau überhaupt lohnt oder ein Baukasten reicht, hängt vom Ziel der Seite ab. Die Kaufentscheidung dazu steht in Baukasten oder Webdesigner. Die Preise für einen klar abgegrenzten Umfang liegen auf der Paketseite.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Conversion-Rate für eine Unternehmenswebsite?
Eine branchenweit gültige Zielquote ist öffentlich nicht sauber belegbar. Sinnvoll ist der Vergleich mit Ihrem eigenen Ausgangswert: Anfragen geteilt durch relevante Besuche, über denselben Zeitraum, nach einer Testanfrage zur Kontrolle des Meldewegs.
Meine Website hat Besucher, aber keine Anfragen. Was prüfe ich zuerst?
Startseite und Kontaktweg. Wenn Leistung und nächster Schritt unklar sind, kommt niemand ins Formular. Wenn beides klar ist, das Formular auf dem Telefon selbst absenden und prüfen, ob die Nachricht ankommt.
Reicht mehr Werbung, wenn die Website keine Anfragen bringt?
Nur wenn Station 1 das Problem ist und die Seite die anderen Stationen hält. Mehr Klicks auf eine unklare oder schwer bedienbare Seite erhöhen die Kosten, nicht automatisch die Anfragen.
Muss ich die Website neu bauen, damit Anfragen entstehen?
Nicht zwingend. Texte, Vertrauenssignale und Formular lassen sich auf einer bestehenden Seite ändern. Ein Neubau lohnt sich, wenn Technik, Struktur und Angebot gleichzeitig nicht mehr tragfähig sind.
Zählt ein Anruf auch als Conversion?
Ja, wenn der Anruf das gewünschte Geschäftsergebnis ist. In Analytics wird daraus nur dann eine Kennzahl, wenn Sie das Ereignis erfassen und als Schlüsselereignis markieren. Ohne diese Markierung bleibt der Anruf unsichtbar, obwohl er zählt.
Nachvollziehbar
Quellen und Belege
- Creating helpful, reliable, people-first content
Google Search Central · Offizielle Quelle
- Understanding page experience in Google Search results
Google Search Central · Offizielle Quelle
- Avoid intrusive interstitials and dialogs
Google Search Central · Offizielle Quelle
- Performance report (Search results): Overview and basic setup
Google Search Console Help · Offizielle Quelle
- About key events
Google Analytics Help · Offizielle Quelle
- Homepage Design: 5 Fundamental Principles
Nielsen Norman Group · Fachpublikation
- Website Forms Usability: Top 10 Recommendations
Nielsen Norman Group · Fachpublikation
- Learn Forms: Design basics
web.dev (Google) · Offizielle Quelle